Wenn wir auch aus den Schriften von Wolfgang Caspar Printz wissen, dass bereits 1648 in Waldthurn Schule gehalten wurde, so lassen sich die Spuren eines eigenen "Schulhauses" nicht ganz bis in diese Jahre zurückverfolgen. 1714 stand am "Schuchhof", dem jetzigen Anwesen Konrad Kick, ein Glockenhaus und dem gegenüber die Kirche. Über die Straße hinweg verband Glockenhaus und Kirche ein Tor, auf dem sich die Mesnerwohnung befand. In dieser soll auch Schule gehalten worden sein.
1776 brannte ein Großteil des Marktes und damit auch das "Schulhaus" ab. Nun wurde das Zeugmacherhaus auf dem Anger, wahrscheinlich das heutige Anwesen des Schreinermeisters Arnold, "Schmiedschreiner", gemietet, um dort den Unterricht aufnehmen zu können. 1778 baute man auf Kosten der "Fürst-Lobkowtzischen Rente" ein neues Mesner- und Schulhaus. Aus einem Schreiben der königl. Regierung der Oberpfalz an das Bezirksamt Vohenstrauß vom 18.04.1864 ergibt sich, dass im 1. Stock des Anwesens Frischholz, neben der Gastwirtschaft Striegl, Schule gehalten worden sein muß. Dieses Gebäude müsste also dieses Mesner- und Schulhaus sein. 1829 wurden die Raumverhältnisse der Waldthurner Schule immer beengter, Regierung und Königliches Landgericht drängten auf einen Neubau. Es dauerte jedoch noch lange Jahre, ehe an die Verwirklichung dieses Vorhabens gegangen werden konnte, denn die große Frage lautet: Wo sollte das neue Schulhaus stehen?
Man einigte sich schließlich darauf, das neue Schulhaus am Fischerweiher zu bauen, dem Platz, wo heute das Rathaus steht. 1865 wurde endlich der Bau vollendet. Aber bald war auch da zu wenig Platz und so beschloss man 1906 eine Erweiterung um weitere 2 Schulsäle durch einen An- und Umbau. Erst 1908 konnte diese Baumaßnahme abgeschlossen werden und damit die dritte Lehrstelle eröffnet werden. Die Schule zählte damals 204 Schüler.
1972 wurde schließlich dieses Gebäude zum heutigen Rathaus umgebaut.
Der Zahn der Zeit nagte natürlich an diesem Gebäude, so dass ständig Ausbesserungs-arbeiten erforderlich waren. Im Sommer 1959 wurde die Fassade der Schule renoviert und erhielt ihr heutiges Aussehen. 1967 begann in den schulischen Verhältnissen der Marktgemeinde ein entscheidender Wandel. Das Bestreben der Regierung, große Schuleinheiten zu schaffen, führte zunächst zu einem Schulverband mit der einklassigen Schule in Oberbernrieth. Dadurch konnten zwei weitere Klassen gebildet werden, die aber aus Platzgründen im Haus der Bäuerin untergebracht werden mussten. Die Dienstwohnung III. Ordnung wurde als Koch- und Handarbeitsraum verwendet.
1969 ging dann das Vergrößerungsbestreben noch einen Schritt weiter.
Der Schulverband Waldthurn/Oberbernrieth wurde mit dem Schulverband Lennesrieth/
Albersrieth/Spielberg zu einer einzigen großen Schule zusammengeschlossen, die nun den Namen "Verbandsschule Waldthurn" trug. Da aber in Waldthurn selber die notwendigen Schulräume noch fehlten, um alle auswärtigen Klassen aufnehmen zu können, verblieben diese als "ausgelagerte" Klassen in ihren bisherigen Schulen. Erst als in Waldthurn das geplante Zentralschulhaus fertig gestellt war, wurden alle Klassen in diesem Gebäude zusammengefasst. Am 11.1.1971 war es endlich so weit, auch wenn die Turnhalle noch nicht ganz fertig gestellt war. Lehrer und Kinder waren von diesem neuen Schulhaus mit den hellen, freundlichen Schulräumen, den verschiedenen Nebenräumen und Sportplätzen begeistert. Am 14.8.1971 erhielt die Schule im Rahmen der 300-Jahrfeier der Musikkapelle Waldthurn, die mit einem großen Heimatfest verbunden war, ihre kirchliche Weihe.
Damit ist das Kapitel "Schulhausbau" in Waldthurn vorerst abgeschlossen.
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